Magisterarbeit

Sagen von Anna Seghers. Widerstand gegen die Entzauberung der Welt.

Magisterarbeit zur Erlangung des Magister Artium an der Fakultät für Neuere Deutsche Literatur bei Prof. Jürgen Schröder im Sommersemester 1988 an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen.

Wir aber wollen über Grenzen sprechen
Und gehen auch Grenzen noch durch jedes Wort:
Wir werden sie vor Heimweh überschreiten
Und dann im Einklang stehn mit jedem Ort.
(Ingeborg Bachmann)

Vorwort:
Von der „Entscheidung“ zum „Widerstand gegen die Entzauberung der Welt“

Weltweit bekannt wurde Anna Seghers durch „Das siebte Kreuz“ und die Faschismusdarstellung in dem Roman „Die Toten beiben jung“, für die Erzählung „Der Aufstand der Fischer von Sankt Barbara“ erhielt sie 1928 den Kleistpreis.

Ihre politische Haltung und die politischen Aussagen ihrer Bücher sind Gegenstand vieler Arbeiten, oft spielt untergründig das eigene Ost-West-Schicksal eine Rolle und führt teilweise zu aggressiven Ausfällen wie im Fall von Reich-Ranicki.

Im Westen wird ihr nicht verziehen, dass sie sich 1947 für die DDR entschied, im Osten wird sie uneingeschränkt gelobt, untrennbar vermischt sind auf beiden Seiten politisches und ästhetisches Urteil.

Aus autobiographischen Gründen interessierte mich anfangs die Entscheidung für die DDR und zwar aus drei verschiedenen Blickwinkeln: von Anna Seghers, Vertreterin der Großeltern-Generation, von Christa Wolf, Generation meiner Eltern und von Irmtraud Morgner aus feministischer Sicht.

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