"Es waren einmal zwei Brüder, der eine hieß Kain, der andere Abel, der eine hieß Jakob, der andere Esau, der eine hieß Richard, der andere Walter, der eine lebte im Westen, der andere im Osten Deutschlands. Sie verstanden sich so lange gut, wie die Mauer stand. Als die Mauer fiel, wurde es schwierig. Und als das Land wieder vereinigt wurde, entzweiten sie sich."
Ihr Onkel nimmt sie mit ins Bienenhaus, schneidet ein Stück einer Wabe ab und gibt es ihr: "Die Wabe schob sich in meinem Mund zusammen wie der Balg eines Akkordeons und gab eine Flut süßer Töne frei. Viel. Sehr viel. Zu viel fast. Süß. Sehr süß. Zu süß fast. Ich schluckte und schluckte und war froh, als der Honig weggeschluckt war. Erst dann konnte ich ihn schmecken, erst dann war er süß und gut."
Kornelia begibt sich auf Spurensuche, um zu verstehen, wie es zu dem Streit gekommen ist. Nach und nach wird deutlich, wie sich Teilung, Mauerfall und Wiedervereinigung auf die Beziehung ihres Vaters und ihres Onkels ausgewirkt haben.