Tür und Tor

Lesen öffnet Türen in das Leben anderer Menschen. Mein neuer Roman öffnet die Tür in das Leben von Judith Laub, die mit neunzehn Jahren in Paris einen billigen Druck der Liberté von Delacroix gekauft hat und nach einem Unfall zwischen Klagenfurt und Wien feststellt: "Ich habe zwei Mütter - meine Mutter und die Liberté."

Wie ist es zu dem Unfall gekommen? "Manche sagen, dass Unfälle wie Krankheiten sind, das Ergebnis einer Lebensweise, einer Folge von Entscheidungen, etwas läuft darauf zu, bereitet sich vor und kündigt sich an. Ein Unfall ist kein Zufall, sagen sie, natürlich wird allen das Leben irgendwann aus der Hand genommen, aber es gibt viele, die es nicht fest genug halten."

Gehört sie zu den Menschen, die ihr Leben nicht fest genug halten? In Rückblenden sucht sie nach Antworten. Sie vergegenwärtigt neun Episoden, die sie als Einschnitte in ihrer Entwicklung wahrgenommen hat. Dabei bezieht sie sich immer wieder auf die Liberté. Die Freiheit wird für sie zum Gradmesser ihrer Erlebnisse, zum Thermometer, mit dem sie die Temperatur von Begegnungen misst, von Leidenschaft und Lebendigkeit. Schließlich versteht sie, was die Gründe für den Unfall gewesen sein können.