Ein Autounfall zwischen Klagenfurt und Wien wird für die Ich-Erzählerin Judith Laub zum Auslöser für die Frage, ob sie ihr Leben fest genug hält. In Rückblenden sucht sie nach Antworten und vergegenwärtigt neun Episoden, die sie als Einschnitte in ihrer Entwicklung wahrgenommen hat.
Es geht um den Aufbruch nach dem Abitur, der anders endet, als sie sich das vorgestellt hat. Sie verbringt ein Jahr in einem Chambre de bonne in Paris und ist der Liberté ganz nah, lebt in einer Wohngemeinschaft, arbeitet auf einer Alm und setzt ihr Studium in Tübingen fort. Nach Klagenfurt fährt sie, um mehr zu erfahren über den Möglichkeitssinn, von dem Musil schreibt.
Dabei bezieht sie sich immer wieder auf die Liberté von Delacroix, die sie mit achtzehn in Paris gekauft hat, ein billiger Druck, der sie seitdem begleitet. Wann hat sie sich frei gefühlt und wann beengt? Die Liberté wird zum Gradmesser ihrer Erlebnisse, zum Thermometer, mit dem sie die Temperatur von Begegnungen misst, von Leidenschaft und Lebendigkeit. Schließlich versteht sie, was die Gründe für den Unfall gewesen sein können.